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Traumreisen in Cornazeiten – oder mit allen Sinnen durch Europa

Wie reist man dieser Tage? Na ganz einfach, mit dem Finger auf der Landkarte oder mit dem Kochlöffel in der Hand! ¡Claro que sí! Mit Bildern im Kopf, Musik im Ohr, dem Flair von Land und Meer in der Nase und dem Wohlgeschmack von Speisen und Getränken auf der Zunge. 

Ich will Euch einfach auf den Geschmack bringen, das Reisen mit allen Sinnen zu genießen. So fällt es leicht, selbst in der Rückschau, den Genuss zu fühlen, zu erinnern.

Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich die Töne des spanischen Dudelsacks höre, von der Gaita. Die Pfeifen erklangen zart oder kraftvoll in den Klippen am Meer. 

Ein Mädchen aus Mittenwald verzauberte uns Pilgerschar mit ihrem Geigenspiel auf dem Jakobsweg. Oft in der Einsamkeit der nordspanischen Berge. Und ein Pilger aus Augsburg sang mit volltönender Stimme in den französischen Kirchen Choräle. Meistens für sich allein. Gerd und ich haben ihn oft gehört, wenn sich unsere Wege kreuzten.

Im Baltikum wird Musik großgeschrieben. In Tallinn erlebten wir ein wunderbares Musikfestival. Die ganze Stadt voller Musikanten. Und im hohen Norden Skandinaviens begegneten wir dem Gesang, den die samischen Bewohner pflegen, dem geheimnisvollen Joik. Dreihundert Jahre als heidnisches Relikt von Kirche und Staat verboten.

Ich sehe unterwegs den Leuten stets in ihre Kochtöpfe. Lasse mir von den Gastgebern die Zubereitung erklären und tausche mit ihnen Rezepte aus. So bereichern internationale Gerichte unseren heimischen Speiseplan. Im französischen Aubrac zelebrierte man für uns Aligot, ein Kartoffelgericht mit Käse. Kameras wurden gezückt und die große Kraftanstrengung der Köchin mit Applaus belohnt. 

Meine Aufzählungen könnten endlos werden, da wären die Piroggen aus dem Ostseeraum, das luftgetrocknetes Elchfleisch im Leinensäckchen, das herrliche Pilzrisotto aus Umbrien zu nennen. Das ist nur eine kleine Auswahl. Den Gâteau basque und die Tarta de Santiago backe ich häufig für meine Kaffeegäste. Und dann erst die Getränke, Floc de Gascogne und der frische Geschmack des Txakoli aus dem Baskenland lassen uns in Erinnerungen schwelgen. 

Die Fotos und Videos sind zugegebenermaßen nur ein kleiner Moment im Erleben von Landschaften und Städten. Viele schöne und manchmal auch hässliche Eindrücke haben wir mitgebracht und im Gedächtnis aufbewahrt. Genauso wie die Begegnungen und Gespräche mit anderen Reisenden oder Ortsansässigen.

Ich denke, jeder von Euch hat auf diese Weise Erfahrungen gesammelt, an die Du Dich gerne erinnerst. Und die gilt es in dieser Zeit abzurufen.